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Öffentlich geförderter Biosicherheitsforschung in Deutschland:

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

02. Juni 2016

Über 60 unabhängige universitäre Einrichtungen und Forschungsinstitute zogen 2012, nach über zwei Jahrzehnten öffentlich geförderter Forschung, ein eindeutiges Resümee: Im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten Sorten gibt es beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen kein erhöhtes Risiko hinsichtlich der biologischen Sicherheit.

 

Genauer 

Um eine breite Wissensbasis über die Umweltauswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) zu schaffen, förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit Ende der 80er Jahre Forschungsvorhaben zur biologischen Sicherheit. Dabei wurden mögliche Sicherheitsrisiken des Anbaus von gentechnisch veränderten ( gv) Pflanzen untersucht. Man betrachtete Auswirkungen der Pflanzen auf die biologische Vielfalt in landwirtschaftlich genutzten Flächen und auf angrenzenden Naturräumen. Wo es möglich und relevant war, wurden in den Projekten gv-Pflanzen mit nicht gv Pflanzen  und mit traditionellen landwirtschaftlichen Techniken verglichen. Dabei wurden mögliche Folgen von gv Pflanzen für die Umwelt untersucht. Die Untersuchungsergebnisse erlaubten Wissenschaftler keinen anderen Schluss, als dass keine spezifischen negativen Auswirkungen von gv-Pflanzen ausgehen: Verglichen mit konventionell gezüchteten Kulturpflanzen gibt es kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen (weiter ...)

 

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Öffentlich geförderter Biosicherheitsforschung in Deutschland: Ergebnisse und Schlussfolgerungen
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"Einsatz von transgenem Mais (MON810) bei Milchkühen: Abbau, Transfer sowie potentielle Interaktionen von DNA und Bt-Protein im Rind"

 10. Juni 2016

Durchführende Projektpartner: Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München und Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Förderer: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Projektbeginn: Mai 2005

Projektende: Juni 2007

Projektdauer: 25 Monate

Fördermittel: 429.750 €

Der Beschluss zur Durchführung einer Langzeitfütterungsstudie mit gentechnisch verändertem Mais (MON810) erfolgte 2005 auf Antrag der SPD Fraktion im Bayerischen Landtag.

 

Ziel: Feststellung eins möglichen Einflusses von Bt-Mais auf

-        Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Leistung

-        Veränderungen im Verdauungstrakt

-        Milchqualität und Milchinhaltsstoffe

(weiter...)

 

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"Einsatz von transgenem Mais (MON810) bei Milchkühen: Abbau, Transfer sowie potentielle Interaktionen von DNA und Bt-Protein im Rind"
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Transparente Methoden zur GVO-Folgenabschätzung:

GRACE (GMO Risk Assessment and Communication of Evidence)

03. Juli 2016

Im Zuge des von der EU in Auftrag gegebenen Projektes GRACE  testete ein unabhängiges europäisches Wissenschaftlerkonsortium Methoden zur Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen. Dazu zählten unter anderem 90-tägige und einjährige Fütterungsstudien mit Nagern sowie tierschonende  in-vitro-Methoden, bei denen beispielsweise auch Effekte von gv Pflanzen an Zellkulturen untersucht wurden. Geprüft werden sollte, ob Langzeit-Fütterungsversuche einen zusätzlichen wissenschaftlichen Nutzen für die Risikobewertung von gv Pflanzen haben.

 

Die Ergebnisse dieses Projekts sollen als Grundlage für die Evaluierung der derzeit gültigen Rechtsgrundlage* für die Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen dienen.

 
Hintergrund

Seit 2013 sind 90-tägige Tierfütterungsstudien für die Zulassung gentechnisch veränderter (GV) Pflanzen in der Europäischen Union Pflicht. Der Nutzen solcher Studien für die Risikobewertung von GV-Pflanzen ist jedoch nicht unumstritten und wissenschaftlich bisher nicht abschließend geklärt. Die EU-Kommission will deshalb 2016 erneut überprüfen, ob Fütterungsstudien eine obligatorische Untersuchungsmethode bei der Zulassung von GV-Pflanzen bleiben. In der EU wurde festgelegt, dass die EU Kommission mit Termin zum 30.06.2016 einen Bericht vorzulegen hat, in welchem zur weiteren Notwendigkeit solcher 90-Tage-Studien Stellung genommen wird. Hierzu sollten die Ergebnisse des Projekts GRACE einen wichtigen Beitrag leisten. (weiter ...)

 

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Transparente Methoden zur GVO-Folgenabschätzung: GRACE (GMO Risk Assessment and Communication of Evidence)
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Langzeitfütterungsversuche mit gentechnisch verändertem Mais: G-Twyst (GMP Two Year Safety Testing)

05. August 2016

Inwieweit tatsächlich eine mögliche Toxizität gentechnisch veränderter Pflanzen (GVO) in den derzeit vorgeschriebenen 90-Tage -Fütterungsstudien aufgedeckt werden kann, erforscht ein internationales Wissenschaftlerteam im Projekt „GMP Two Year Safety Testing“ (G-TwYST). Untersucht werden sollen die gentechnisch veränderten Maissorten NK603 und MON810.

 

In einer inzwischen zurückgezogenen und erneut publizierten Studie von G.E.Séralini et al. in der Zeitschrift „Food and Chemical Toxicology“( http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0278691512005637  ; https://enveurope.springeropen.com/articles/10.1186/s12302-014-0014-5 ) zeigten sich nach Einschätzung der Autoren eine erhöhte Tumorrate und andere schädliche Wirkungen nach einer Langzeit-Fütterung (2 Jahre) von Ratten mit herbizidtolerantem, genetisch verändertem Mais NK603. Design und Schlussfolgerungen dieser Studie wurden nach ihrer Publikation in der Fachwelt vielfach kritisiert, unter anderem auch vom BfR(links) Im geplanten Projekt G-TwYST soll daher eine aussagekräftige Langzeit-Fütterungsstudie mit Mais NK603 durchgeführt werden.(weiter...)

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Langzeitfütterungsversuche mit gentechnisch verändertem Mais: G-Twyst (GMP Two Year Safety Testing)
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Überwachung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen gentechnisch veränderter Futtermittel auf Nutztiere: MARLON (Monitoring of Animals for Feed-related Risk in the Long Term)

26. August 2016

Auftraggeber: EU Kommission (7. Forschungsrahmenprogramm)

Projektbeginn: August 2012

Projektende: August 2015

EU-Förderung: 999.593 Euro

Gesamtkosten: 1.211.981,60 Euro

Projektpartner: 11 (aus 8 Ländern)

 

Das EU-Forschungsprojekt MARLON (Monitoring of Animals for Feed-related Risk in the Long Term ) soll helfen, Antworten zu Risiko-Nutzen-Analysen und mögliche Auswirkung von GMOs auf die Tiergesundheit und Nahrungsmittelketten zu finden. Durch systematische Datenerhebung soll die epidemiologische Risikoabschätzung zum möglichen Einfluss von gentechnisch veränderten Futtermitteln auf Nutztiere bzw. die tierische Lebensmittelketten erfolgen.  (weiter...)

 

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Informationen zur Bewertung möglicher Auswirkungen von GVO: PreSto GMO ERA-Net “Preparatory steps towards a GMO research ERA-Net”

05. September 2016

Auftraggeber: EU Kommission (7. Forschungsrahmenprogramm)

Projektbeginn: September 2013

Projektende: August 2015

Projektlaufzeit: 2 Jahre

EU-Förderung: 996 739 EURO

Gesamtkosten: 1. 214 142 EURO

Projektpartner: 22 (aus 13 Ländern)

 

Hintergrund

Die Forschungsnetzwerke des Europäischen Forschungsraumes (ERA-Nets) sind regionale Netzwerke, die  Ziel die Förderung einer ergebnisorientierten, europaweit gut aufeinander abgestimmten Forschungsarbeit haben.

Das EU-geförderte Projekt PRESTO GMO ERA-NET (Preparatory steps towards a GMO research ERA-Net) lieferte Informationen zur Bewertung möglicher Auswirkungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO):  Es skizzierte Schritte, die erforderlich sind, um ein ERA-NET für die Koordination transnationaler Forschung zu GVO und deren Auswirkungen zu schaffen. Zu den Schwerpunktbereichen gehörten die Auswirkungen auf die menschliche und tierische Gesundheit, Umwelt, Techno-Ökonomie und Gesellschaft. (weiter...)

 

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Informationen zur Bewertung möglicher Auswirkungen von GVO: PreSto GMO ERA-Net “Preparatory steps towards a GMO research ERA-Net”
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Bewertung und Überwachung der Auswirkungen von gv- Pflanzen auf Agrar-Ökosysteme: AMIGA-Assessing and Monitoring the Impacts of Genetically Modified Plants in Agro-ecosystems

12. Dezember 2016

Auftraggeber: EU Kommission (7. Forschungsrahmenprogramm)

Projektbeginn: Dezember 2011

Projektende: Mai 2016

Gesamtkosten: EUR 7.794.852,19

Projektpartner: 22 (aus 16 Ländern)

 

Das Forschungsprojekt AMIGA (www.amigaproject.eu) ist das bislang umfänglichste Projekt zur biologischen Sicherheit von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen in der Europäischen Union (EU) und wurde vollständig öffentlich finanziert. Ziel war es, Stakeholder, Hochschulen und die Öffentlichkeit mit wissenschaftlich fundierten Ergebnissen über die Nachhaltigkeit und praktische Indikationen zur Umweltrisikobewertung für gv Pflanzen zu liefern. (...)

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Metastudie zur Sicherheitsforschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen: An overview of the last 10 years of genetically engineered crop safety research

19.12.2016

 

Erhebungszeitraum: 2002-2012

Erscheinungsdatum: 13.09.2013

 

Autoren: Alessandro Nicolia, Fabio Veronesi, Daniele Rosellini vom Institut für Angewandte Biologie, Landwirtschaftliche Fakultät, Universität Perugia, Italien

Alberto Manzo; Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft(MiPAAF), Rom, Italien

 

Zusammenfassung

Die in den letzten 25 Jahren begleitend durchgeführte, unabhängige Forschung zum Einsatz der grünen Gentechnik hat gezeigt, dass gentechnisch veränderte (gv) Nutzpflanzen keine wissenschaftlich nachweisbaren negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben. Dieses bestätigte auch eine Metastudie der Universität Perugia (Italien) von Oktober 2013 (http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.3109/07388551.2013.823595) , die fast 1800 wissenschaftliche Publikationen – sowohl Originalarbeiten als auch zusammenfassende Artikel – zur Sicherheitsforschung an gv Pflanzen von 2002 bis 2012 ausgewertet hat. Dass gv Pflanzen immer noch auf große Ablehnung stoßen, führen die Autoren der Studie auf Mängel bei der Wissenschaftskommunikation zurück. (...)

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