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VORSCHLÄGE DER EU-KOMMISSION ZUR ÄNDERUNG DES KOMITOLOGIE-VERFAHRENS

 23.Februar 2017

Die Europäische Kommission hat am Dienstag, den 14. Februar 2017 vorgeschlagen, das sogenannte Komitologie-Verfahren* zu reformieren. Ziel ist, die Entscheidungen transparenter zu machen und die EU-Staaten sowohl  stärker in die Pflicht zur Entscheidungsfindung als auch zur Übernahme von mehr politischer Verantwortung zu nehmen.

 

Hintergrund: Derzeit ist die EU-Kommission im Rahmen des Komitologie-Verfahrens immer dann zu einer Entscheidung gezwungen, wenn die EU-Staaten auch im Berufungsausschuss „keine Stellungnahme“ abgeben. Das heißt, dass sie auch nach mehreren zeitintensiven Verhandlungs-und Abstimmungsrunden weder die benötigte qualifizierte Mehrheit für noch gegen beispielsweise die Zulassung eines Wirkstoffs finden. So musste die Kommission in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt siebzehn Rechtsakte erlassen, die sich auf die Zulassung von sensiblen Produkten und Stoffen wie Pflanzenschutzmitteln oder gentechntisch veränderten Organismen (GVO) bezogen, weil bzw. obwohl die Mitgliedstaaten sich nicht auf einen Standpunkt einigen konnten. (...)

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DIE EIWEISSLÜCKE:

SOJABEDARF UND -PRODUKTION IN DEUTSCHLAND UND EUROPA

20. Dezember 2016

Die Länder der Europäischen Union einschließlich Deutschland haben einen hohen Bedarf an Sojabohnen und -schrot. Durch die eigene Produktion kann dieser nicht gedeckt werden, geschlossen wird diese sogenannte Eiweißlücke durch Importe.

 

Jährlich werden rund 33 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot aus Nord- und Südamerika in die Europäische Union eingeführt. Das entspricht etwa einer Anbaufläche von der Größe Deutschlands. Ohne diese Importe wäre die Erzeugung tierischer Lebensmittel auf dem derzeitigen Niveau nicht möglich. Denn Europa produziert zu wenig eiweißreiche Futterpflanzen, um die Nutztierbestände - vor allem Schweine und Geflügel, aber auch Rinder - ernähren zu können.

 

Allein die deutsche Landwirtschaft benötigt pro Jahr 10 Millionen Tonnen Proteinfuttermittel. Darin sind etwa 3,7 Millionen Tonnen pflanzliche Rohproteine enthalten. Rund 1,3 Millionen Tonnen, also rund 35 Prozent, stammen aus heimischer Produktion. Die fehlenden 65 Prozent, die sogenannte  Eiweißlücke, werden durch Importe gedeckt. (...)

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DIE SOJABOHNE: EIWEISS IN HOHER QUALITÄT UND MENGE

17. Dezember 2016

Soja (Glycine max) ist eine Hülsenfrucht und gehört zu den wichtigsten Ölpflanzen der Welt.

Sojabohnen wurden bereits vor Jahrtausenden als Nahrungsmittel in Asien kultiviert. Heute wird allerdings nur ein geringer Teil der weltweit angebauten Menge als Lebensmittel verwendet. Sie finden vor allem als hochwertiges Eiweißfuttermittel in der Nutztierhaltung Verwendung.

 

Im Gegensatz zu Futtergetreide, das meist nur einen Proteingehalt (Eiweißgehalt) von 11,5 Prozent hat, haben Sojabohnen einen Eiweißanteil von 32-45 Prozent. Unter den Leguminosen (Hülsenfrüchtlern) weisen sie damit den höchsten Wert auf. Heimische Leguminosen liegen mit rund 22 Prozent deutlich darunter. Die Eiweißqualität ist sehr hoch und mit jener des tierischen Eiweißes vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt.(...)

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GOLDEN RICE

14. Dezember 2016

 

In Regionen, in denen sich die Menschen hauptsächlich von stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie Reis, Cassava (Maniok) oder Mais ernähren, die sich aber nicht genügend Obst oder Gemüse leisten können, erblinden Kinder häufig infolge Vitamin A-Mangels. Laut WHO erblinden deshalb pro Jahr 250.000 bis 500.000 Kinder. Viele von ihnen sterben später als Folge des geschwächten Immunsystems. Betroffen sind vor allem asiatische und afrikanische Länder. Von Erblindung bedroht sind vor allem Kinder von Kleinbauern, deren Einkommen zu gering ist, um ihnen eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Zumindest in den Reis anbauenden Ländern könnte ein verbesserter Reis mit einem Gehalt an Provitamin A dazu beitragen, Kinder vor Erblindung zu schützen. Pro-Vitamin A (beta-Carotin) ist in grünen Pflanzenteilen reichlich vorhanden, nicht aber oder kaum im Reiskorn und somit auch nicht in geschältem Reis. (...)

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Golden Rice
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„Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung in Deutschland

28. Juni 2016

 

Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel sind nach den gentechnikrechtlichen Regelungen zulassungspflichtig. Sie müssen als solche gekennzeichnet werden (verpflichtende Positivkennzeichnung); ausgenommen sind nur zufällige oder technisch unvermeidbare Anteile nicht höher als 0,9 Prozent (Art. 12 und 20 VO 1829/2003).

 

Die Kennzeichnungspflicht ist, unabhängig davon, ob die gentechnische Veränderung im Erzeugnis nachweisbar ist oder nicht. Lebensmittel, die von Tieren stammen, die mit gv-Futtermitteln gefüttert wurden, selbst aber keine gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind, fallen explizit nicht unter die Kennzeichnungspflicht.

 

Die freiwillige Kennzeichnung  von Lebensmitteln mit „ohne Gentechnik“ ist seit 1998 in Deutschland erlaubt. Im Zeitraum 1998 bis 2008 gab es allerdings nur sehr wenige Erzeugnisse (meist Milch), die mit „ohne Gentechnik“ gekennzeichnet waren. Die gesetzlichen Anforderungen für diese Auslobung waren in der NVL (Neuartige Lebensmittel- und Lebensmittelzutatenverordnung, § 5) sehr restriktiv, selbst der Einsatz von Tierarzneimitteln aus GVO war verboten. (...)

 

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Der Anbau von Bt-Baumwolle und die Selbstmorde unter indischen Bauern

11. September 2015

 

Richtig ist: In Indien begehen Tausende von Bauern Selbstmord. Die indische Regierung wiederum reagiert auf Selbstmorde mit Unterstützungszahlungen an die Hinterbliebenen. (…)

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Der Anbau von Bt-Baumwolle und die Selbstmorde unter indischen Bauern
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Entwicklung von Resistenzen: Ein natürlicher Prozess

16. Juli 2015

Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG), Frankfurt/ Main

Die Entwicklung von Resistenzen ist eine natürliche Erscheinung und Teil der Evolution. Es handelt sich dabei um die Fähigkeit aller Lebensformen, sich und ihre Nachkommen an ihre sich kontinuierlich oder plötzlich sich ändernden Umweltbedingungen anzupassen. (…)

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Entwicklung von Resistenzen: Ein natürlicher Prozess
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Cibus Raps: GVO? - Ja oder Nein?!
Entwicklungen und Statements

16. Juli 2015

Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG), Frankfurt/ Main

während die Politik nach wie vor das opt-out-Verfahren für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) debattiert, geht der Fortschritt weiter und es gibt längst neue Züchtungsmethoden. Ob der Anbau von Pflanzen, die damit entwickelt wurden, nach Gentechnik-Gesetz geregelt werden muss oder nicht, diese Entscheidung schiebt die EU-Kommission seit Jahren auf. (…)

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Cibus Raps: GVO? - Ja oder Nein?! Entwicklungen und Statements
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Was ist Hybrid-Züchtung?

11. Mai 2015

Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG), Frankfurt/ Main

Unter Hybrid-Züchtung versteht man ein Verfahren, das vor über 100 Jahren durch den amerikanischen Pflanzengenetiker George Harrison Shull an Mais entwickelt wurde: Zwei durch Inzucht entstandene rein- erbige Elternlinien werden miteinander gekreuzt. (...)

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Was ist Hybrid-Züchtung?
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Die deutsche Imkerschaft und die grüne Gentechnik –
Ein chronologischer Überblick zum Kampf der deutschen Imkerschaft gegen grüne Gentechnik zum Schutz von Honig und anderen Bienenprodukten

6. Mai 2014

Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany, Dr. Eberhard Höfer

Der Bericht gibt eine Übersicht zu den Anstrengungen der deutschen Imkerschaft, ein Verbot der Grünen Gentechnik in Deutschland durchzusetzen und zeigt die Entwicklungen auf, die zur Novellierung der Honigrichtline 2001/110/EC geführt haben. (…)

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Die deutsche Imkerschaft und die grüne Gentechnik – Ein chronologischer Überblick zum Kampf der deutschen Imkerschaft gegen grüne Gentechnik zum Schutz von Honig und anderen Bienenprodukten
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Bt-Aubergine

01. Oktober 2014
Die Aubergine (eggplant) ist in Süd- und Südost-Asien ein wichtiges und alltägliches Gemüse. Allein die Anbau-Fläche in Indien (über 500.000 Hektar) ist größer als die Zuckerrüben-Fläche in Deutschland. Neben anderen Schädlingen oder Krankheitserregern ist der Fruit and Shoot Borer (FSB) (Leucinodes orbonalis), eine Mottenart, das wichtigste Problem. Während der gesamten Zeit der Fruchtbildung und -reifung bohren sich seine Raupen nach dem Schlupf sowohl in die grünen Teile der Pflanze als auch in die Früchte ein und verderben sie so. Der Schädling verursacht Ausfälle von 20 bis 60 %, in Extremfällen bis 90%. (…)

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Bt-Aubergine
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Greenpeace, die Justiz und Feldversuche mit Bt-Auberginen

01. Oktober 2012

Dr. Peter Langelüddeke

Einem kurzen Bericht der philippinischen Manila Times vom 8. Juli1 war zu entnehmen, dass im September vorigen Jahres das philippinische Revisionsgericht (CA, Court of Appeals) ein früheres Urteil des Obersten Gerichts bestätigt hatte: Der Universität der Philippinen und ihrem College of Agriculture in Los Baños sowie den Departments (Ministerien) für Landwirtschaft (DA) und für Umwelt (DENR) waren Feldversuche mit Bt-Talong (Bt- Auberginen) dauerhaft verboten worden. (…)

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Greenpeace, die Justiz und Feldversuche mit Bt-Auberginen
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Sind mikroRNAs mögliche Regulatoren für den Stoffwechsel?

Januar 2012
Kommentar zur Studie „Exogenous plant MIR168a specifically targets mammalian
LDLRAP1: evidence of cross-kingdom regulation by microRNA, Lin Zhang et al. (…)

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Sind mikroRNAs mögliche Regulatoren für den Stoffwechsel?
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Lebensmittel-Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“

September 2010
Verbraucher- und Umweltschutzverbände, Organisationen des ökologischen Landbaus, der Kirchen usw. forderten seit Verabschiedung der Novel Food Verordnung (NFV) eine gesetzliche Möglichkeit, Lebensmittel mit dem Etikett „gentechnikfrei“ ausloben (…)

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Lebensmittel-Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“
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Verstärktes Auftreten von Sekundärschädlingen bei selektiver Kontrolle

Juni 2010
Im Pflanzenschutz wird zwischen Primär- und Sekundärschädlingen unterschieden. Primärschädlinge (Hauptschädlinge) treten regelmäßig auf und richten Schäden an. Sie müssen deshalb auch (…)

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Verstärktes Auftreten von Sekundärschädlingen bei selektiver Kontrolle
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Tilling (Targeting Induced Local Lesions In Genomes)

April 2010

Das zum Methodenrepertoire der modernen Genetik gehörende Tilling kann bekannte und nur durch ein bestimmtes Gen beeinflusste Eigenschaften verändern oder ausschalten. Dies geschieht, indem die Pflanzensamen mit (…)

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Tilling (Targeting Induced Local Lesions In Genomes)
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Der westliche Maiswurzelbohrer (diabrotica virgifera)

Oktober 2007

Der Maiswurzelbohrer ist der bedeutendste Maisschädling in Nordamerika. Es ist der Schädling, gegen den weltweit die meisten Insektizide ausgebracht werden. Allein in den USA verursacht er jährlich ca. 1 Mrd. US Dollar an Schäden und Pflanzenschutzaufwendungen. (…)

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Der westliche Maiswurzelbohrer (diabrotica virgifera)
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Gentechnisch veränderte Pflanzen und Bienen

Mai 2007

von Prof. Dr. Klaus Dieter Jany

Gentechnisch veränderte, „transgene“ Pflanzen (GV-Pflanzen) tragen Erbinformationen anderer Lebewesen (Mikroorganismen, Pflanzen oder Tiere) oder sind mit gentechnischen Methoden hergestellt, die sie mit neuen Eigenschaften ausstatten (…)

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Gentechnisch veränderte Pflanzen und Bienen
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Kennzeichnung von Honig mit Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen

März 2007

Die Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf “natürlichen” Honig, wie z.B. Schleuderhonig. (…)

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Kennzeichnung von Honig mit Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen
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